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„… Und dann will ich (…) erzählen (…), wie schrecklich der Krieg, welch unschätzbares Gut der Friede ist.“ Geschichte am Beispiel eines regionalen Soldatenschicksals aus dem Ersten Weltkrieg

 

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts der 9. Jahrgangsstufe setzten sich die Klassen 9a und 9e intensiv mit dem Themenbereich „Der Erste Weltkrieg und seine Folgen“ auseinander.

Der Erste Weltkrieg gilt nicht nur als politische und militärische Zäsur, sondern auch als erster moderner Medienkrieg. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Feldpost, die als wichtigste Verbindung zwischen Front und Heimat diente. Briefe waren für die Soldaten Lebenszeichen, Hoffnungsträger und emotionale Anker zugleich. Historiker gehen davon aus, dass während des Ersten Weltkriegs rund 29 Milliarden Feldpostbriefe und -päckchen verschickt wurden. Erstaunlich ist dabei die Effizienz dieses Systems: Ein Brief von Verdun nach Nürnberg benötigte bereits damals oft nur einen Tag.

Um diesen Aspekt des Krieges anschaulich und zugleich lokal erfahrbar zu machen, besuchten die Klassen das Burgmuseum Parsberg. Im Mittelpunkt stand das Schicksal von Peter Utz. Der Mitarbeiter des Museums Herr Skalet stellte Peter Utz vor und erläuterte die begleitenden Gruppenaufgaben. Der biografische Zugang ermöglicht ein besonders intensives Verständnis der historischen Ereignisse.

Peter Utz war ein Lehrer aus Velburg, der seit 1914 an der Westfront in Frankreich eingesetzt war. Als Offizier war er nicht dauerhaft an vorderster Front stationiert. Dennoch vermitteln seine überlieferten Briefe eindrucksvoll den Alltag des Krieges, persönliche Sorgen und Hoffnungen sowie die enge Verbundenheit mit der Heimat. Von ihm sind rund 3000 Feldpostbriefe erhalten geblieben – ein außergewöhnlich umfangreicher Quellenbestand. Adressaten waren vor allem Resi und seine Kinder Gunderl und Traudchen.

In insgesamt acht Gruppen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Briefen von Peter Utz auseinander. Die Texte behandelten unter anderem den Kriegsbeginn, das Leben im Schützengraben, den Kampf um eine Anhöhe sowie die emotionale Verbundenheit mit dem Zuhause in einem Land, in dem die Kriegsfurcht allgegenwärtig war.

Durch die Arbeit mit diesen persönlichen Quellen wurde Geschichte für die Jugendlichen greifbar und lebendig. Der Museumsbesuch zeigte eindrucksvoll, wie individuelle Lebensgeschichten helfen können, die abstrakten Dimensionen des Ersten Weltkriegs besser zu verstehen – und warum die Auseinandersetzung mit Frieden, Krieg und Verantwortung aktueller denn je ist.

In einem Brief aus dem März 1915 schilderte Peter Utz seiner Frau, wie er sich das Wiedersehen nach dem Krieg vorstellt und was er ihr sowie den beiden gemeinsamen Töchtern erzählen möchte. Er schrieb: „(…) und dann will ich dir und unseren Kleinen erzählen, unseren kleinen besonders, um ihnen recht anschaulich zu machen, wie schrecklich der Krieg, welch unschätzbares Gut der Friede ist.“

Peter Utz starb am 9. Dezember 1917 an den Folgen eines Kopfschusses.

Stefanie Wolf

„Weihnachten- Fest der Freude und des Glücks“ Unter diesem Motto wurde die diesjährige Weihnachts-CD der Realschule Parsberg aufgenommen

Sprecher der Klasse 9b

Einen wichtigen Beitrag zur Besinnung und Entspannung in der hektischen Advents- und Weihnachtszeit stellt auch heuer wieder die Weihnachts-CD der Edith-Stein-Realschule Parsberg dar. 66 Schülerinnen und Schüler haben in mühevoller Arbeit zusammen mit ihren Lehrkräften Kathrin und Florian Schönberger, Frank Doll, Bettina Eichenseer, Florian Hiendlmayr sowie Angelika Schattenhofer eine Weihnachts-CD aufgenommen. Mit besinnlichen Texten und beeindruckenden Musikbeiträgen zum Thema: „Weihnachten – Fest der Freude und des Glücks“ sorgen die Jugendlichen der Realschule Parsberg dafür, dass man sich trotz der gegenwärtigen Krisenzeit feierlich auf Weihnachten einstimmen kann.

Textbeiträge

Emily Geitner, Ina Kobler, Lena Baiersdorfer, Dominik Günthner

Das Traditionsprojekt der Fachschaften Musik und Religion beginnt mit einem Gespräch zweier Schüler der Klasse 9b, die sich Gedanken darüber machen, warum Weihnachten oft als Fest der Freude bezeichnet wird. Während man sich in einigen Bundesländern Gedanken über ein Unterrichtsfach „Glück“ macht, gibt es andererseits viele Menschen, die z.B. an Einsamkeit leiden, die in der gegenwärtigen Zeit vieler Krisen Ängste entwickeln und die keine Geborgenheit in ihrem Glauben mehr finden können. Umso wichtiger ist es, über die Weihnachtsbotschaft vom Frieden, der Vergebung und der Freude für alle Menschen nachzudenken.
In der folgenden Geschichte mit dem Titel „Zu viel Weihnachten“ sehen der Ochse und der Esel aus dem Stall von Betlehem vom Himmel auf die Erde herab und beobachten, dass durch die Hektik und den Weihnachtsrummel der Menschen der wahre Sinn von Weihnachten gar nicht mehr erkennbar ist.

Florian Göll und Matteo Meier

Zwei weitere Sprecher der Klasse 9b erklären nun, nach dieser berechtigten Kritik an den Weihnachtsvorbereitungen in der heutigen Zeit, den wahren Sinn von Weihnachten. Er bestehe darin, führen sie aus, dass Jesus als Mensch auf die Erde gekommen sei, als ein Realist, der gegen alle Widerstände Gottes Werk auf Erden verwirklicht. Er denke keine Sekunde daran, den Glauben und die Hoffnung auf das Gute im Menschen aufzugeben. Er glaube daran, dass Menschen, die die Forderung nach Nächstenliebe aktiv umsetzen, sich auch gegenseitig glücklich machen und die wahre Weihnachtsfreude erfahren können.

Nach einer zweiten Weihnachtsgeschichte zum Thema „Schenken aus Liebe“ und einer kurzen Erzählung, die das wahre Geschenk an Weihnachten, die Geburt von Jesus, thematisiert, folgt ein Mundartgedicht des Oberpfälzer Autors Harald Grill mit dem Titel „ Auspacka“. In diesem Text wird die Reduktion von Weihnachten auf ein rein materielles Auspacken von Geschenken mit viel Ironie kritisiert. Davon ausgehend, machen sich nochmals einige Schüler Gedanken über Geschenke, die nichts kosten, wie z. B. das Zuhören, die Zuneigung, das Danken und die Hilfsbereitschaft.
Abschließend werden noch sechs Weihnachtswünsche von den Jugendlichen vorgetragen.

Musik

Chorklassen 5a und 6a

Insgesamt neun Beiträge unterschiedlichster Stilrichtungen wurden einstudiert und aufgenommen. Drei Chorstücke sind besonders hörenswert: Die Chorklassen 5a/6a haben unter der Leitung von Frau Kathrin Schönberger die Weihnachtslieder „Noel Nouvelet“ sowie „Hambani Kahle“ erarbeitet und singen dabei auf Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch – und sogar Zulu. Der Schulchor unter Bettina Eichenseer sorgt mit dem eindringlichen Traditional „Down to the River to Pray“ für Gänsehaut. Die Konrektorin ist außerdem erneut als Solistin mit „True Colours“ vertreten und zeigt hier ihre ganze stimmliche Bandbreite.

Lukas Graf

Die Instrumentalisten Lukas Graf (9b) am Saxofon, Danyil Borovskyi (7c) an der Gitarre und Maximilian Schmid (8e) an der Steirischen Harmonika bringen weitere Highlights: Lukas Graf lässt „Rockin’ Around the Christmas Tree“ jazzig erklingen, Danyil Borovskyi beweist bei „Carol of the Bells“ seine Fingerfertigkeit, und Maximilian Schmid versetzt die Zuhörer mit den klassischen Weihnachtsliedern „Stille Nacht“ und „Ihr Kinderlein kommet“ in Weihnachtsstimmung.

Das Gesangsduo Felicia Oettl und Josepha Nutz (10e) interpretiert „Underneath the Tree“ von Kelly Clarkson einfühlsam und mit beeindruckender stimmlicher Reife.

Felicita Oettl, Josepha Nutz

Begleitet werden die Musikerinnen und Musiker von Florian Schönberger am Klavier, während Kathrin Schönberger an der Trompete bei ausgewählten Stücken Zwischenspiele und zweite Stimmen übernimmt.

Alle Beteiligten bedanken sich herzlich bei den Musiklehrern Florian Hiendlmayr und Frank Doll von der Musikwerkstatt Frauenberg für die technische Durchführung der Aufnahmen. Ohne sie wäre die Produktion der CD nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank gilt zudem der Kunstlehrerin Frau Lichtenegger, die mit den Schülern zahlreiche Weihnachtskarten gestaltet hat, sowie den IT-Lehrkräften, vor allem Wolfgang Kraus, und dem Systembetreuer Florian Bergmann. Ebenso danken wir den beiden Schulsekretärinnen Elisabeth Scherl und Andrea Stiegler, die wie im vergangenen Jahr Weihnachtskarten mit QR-Code zum Herunterladen der CD-Dateien für 5 Euro im Sekretariat verkaufen. Eine Weihnachtskarte zusammen mit der CD ist dort ebenfalls für 7 Euro erhältlich.

Angelika Schattenhofer und Kathrin Schönberger

Bildergalerie

Gegen das Vergessen – 5. Klassen der Realschule feierten Edith-Stein-Tag

Am 10. Oktober war es wieder soweit: Alle Schüler der 5. Jahrgangsstufe der Realschule Parsberg feierten den Edith-Stein-Tag. Eine Unterrichtsstunde lang, erfuhren die Jungen und Mädchen der Eingangsklassen, wer die Namenspatronin ihrer neuen Schule war und warum die Realschule ihren Namen trägt.
An drei im Schulhaus verteilten Stationen erhielten die Jugendlichen wichtige Informationen über die berühmte Pädagogin und Märtyrerin von Schülern der Klasse 8e. Diesen war es ein wichtiges Anliegen, ihren jüngeren Mitschülern das Leben und die Bedeutung der berühmten Klosterschwester näher zu bringen und auch die Fragen der 5. Klässler zu beantworten. Mit viel Engagement hatten die Jungen und Mädchen der 8e bereits in mehreren Religionsstunden mit ihrer Lehrerin Angelika Schattenhofer ihre Vorträge an den einzelnen Lernstationen einstudiert.

1. Station

An der ersten Station mit der Überschrift: „Jüdin – intelligente Schülerin –  Wissenschaftlerin“, die in der Aula der Realschule aufgebaut worden war, erfuhren die Schüler der 5. Klassen zunächst, dass Edith Stein am 12.10.1891 in Breslau geboren wurde und das jüngste von 12 Kindern ihrer Eltern, die eine Holzhandlung betrieben haben, war. Sie wurde im jüdischen Glauben hauptsächlich von ihrer Mutter, die nach dem frühen Tod des Vaters auch den Betrieb weiterführen musste, streng erzogen. Das intelligente Mädchen hatte in der Schule stets gute Noten, so dass es für sie kein Problem war, 1911 das Abitur abzulegen. Nach einer Glaubenskrise im Jugendalter studierte sie schließlich Deutsch, Geschichte, Latein und Philosophie in Breslau. Sie legte auch das Examen für den Beruf als Lehrerin ab. Doch sie war weiter als Wissenschaftlerin im Fach Philosophie tätig und schrieb eine Doktorarbeit. Im Anschluss daran arbeitet sie als Assistentin des berühmten Philosophen Edmund Husserl in Freiburg.

2. Station

Die zweite Lebensstation von Edith Stein mit dem Titel: „Lehrerin – Christin – Klosterschwester“ führte die 5. Klässler zum Eingang der Realschule in der Aschenbrennerstraße. Dort wurde ihnen von zwei Schülern der Klasse 8e erklärt, dass die Namenspatronin ihrer Schule im ersten Weltkrieg als Krankenschwester in einem Kriegslazarett gearbeitet hatte. Als Edith Stein 1918 die Witwe eines Berufskollegen besuchte, der kurz zuvor im Krieg getötet worden war, erwartete sie eine völlig verzweifelte junge Frau vorzufinden. Doch die Witwe war eine sehr gläubige Katholikin, die im Gebet Kraft fand und auch sehr stark an ein Weiterleben nach dem Tode bei Gott glaubte. Diese Erfahrung und die Lektüre der Lebensgeschichte der Heiligen Teresa von Avila beeindruckten Edith Stein so sehr, dass in ihr der Entschluss reifte, selbst Christin zu werden. So wurde sie am Neujahrstag 1921 getauft und empfing wenig später die Sakramente der Kommunion und Firmung. Anschließend arbeitete sie als Lehrerin an der Schule der Dominikanerinnen in Speyer und hielt auch viele wissenschaftliche Vorträge im Fach Pädagogik. Außerdem setzte sie sich bereits damals für die Gleichberechtigung der Frau in Beruf und Familie ein. Später entschloss sich die intelligente Pädagogin im Kloster zu leben und sie trat in das Karmelitinnenkloster in Köln ein.

Im Anschluss daran wurde den Schüler der 5. Klassen die Edith-Stein-Statue, die sich am Eingang der Realschule befindet, näher erklärt.

3. Station

Abschließend folgte die 3. Station im Leben der berühmten Frau mit dem Titel: „Märtyrerin – Heilige – Namenspatronin unserer Schule“.
Um die letzte Lebensstation von Edith Stein hautnah erleben zu können, gingen die Schüler in den Heizungskeller der Realschule. Der Klostername Edith Steins „Schwester Theresia Benedicta a Cruce“, was übersetzt „Schwester Theresia, die vom Kreuz Gesegnete“ bedeutet, enthält bereits einen wichtigen Hinweis auf ihre letzten Lebensjahre. Das Kreuz sollte zum wichtigsten Symbol in ihrem Leben werden.
Ab 1933 wurde überall in Deutschland der Hass auf die Juden geschürt, so dass insgesamt über 6 Millionen unschuldige Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder in den Gaskammern der Konzentrationslager von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Edith Stein floh 1938 in ein Kloster nach Echt in Holland. Doch als 1940 auch Holland von den Deutschen besetzt wurde, war das Schicksal Edith Steins besiegelt. Sie wurde zusammen mit ihrer Schwester Rosa von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert. Es wurde über sie berichtet, dass sie sich dort noch im Angesicht des eigenen Todes um verzweifelte und weinende Kinder liebevoll gekümmert und mit den völlig verängstigten Menschen, getragen von ihrem Glauben, gebetet hat.
Am 9. August 1942 wurde Edith Stein in der Gaskammer des Konzentrationslagers Auschwitz ermordet.

Zum Schluss des Vortrages erfuhren die Jungen und Mädchen der 5. Jahrgangsstufe noch, dass die Namenspatronin ihrer Schule am 1. Mai 1987 selig und am 11. Oktober 1998 heilig gesprochen wurde. So ist Edith Stein eine Heilige und auch ein Märtyrerin, d. h. eine Frau, die für ihren Glauben gestorben ist.

Abschließend gingen die 5. Klässler mit den Referenten der Klasse 8e wieder zurück in den Mehrzweckraum, wo sie als Geschenk zum Geburtstag von Edith Stein einen Schokoriegel des Eine-Welt-Ladens der Realschule erhielten, der von Frau Aumeier bereitgestellt worden war. Diesen besonderen Tag werden sicherlich alle Beteiligten in guter Erinnerung behalten.

 Angelika Schattenhofer