Freizeittutoren

Seit dem Schuljahr 2002/2003 gibt es sie nun an der Edith-Stein-Realschule, die Freizeittutoren – und sie sind nicht mehr wegzudenken. 30 Schüler und Schülerinnen aus den neunten Klassen helfen den Fünftklässlern, sich in der neuen Schule zu Recht zu finden. Durch die fürsorgliche Betreuung der neuen Schüler, die Zusammenarbeit in Tutorenteams und die notwendigen Absprachen mit Lehrern, Eltern und Schulleitung können die Tutoren ihre Sozialkompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit erweitern und vertiefen. Eine dementsprechende Würdigung ihrer Arbeit wird auch im Zeugnis vermerkt und kann für Bewerbungen von großem Nutzen sein.

Anforderungen und Formalitäten unseres Tutorensystems

Gegen Ende jedes Schuljahres können sich Schüler und Schülerinnen aus den achten Klassen als Tutoren für das kommende Schuljahr schriftlich bewerben. Das Tutorenamt ist bei den Schülern sehr beliebt, da meist doppelt bzw. dreifach so viele Bewerbungen eingehen als Schüler gebraucht werden. Die Betreuerinnen der Tutoren, Frau Sier und Frau Strobel, wählen die zukünftigen Tutoren nach bestimmten Kriterien aus. Einerseits darf ihr Leistungsstand nicht zu schlecht sein, weil die Tutoren einen Teil ihrer Freizeit für die Organisation, Planung und Durchführung verschiedener Aktionen opfern müssen. Andererseits müssen die Schüler, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen möchten, über ein erhebliches Maß an Sozialkompetenz und Teamfähigkeit verfügen. Dies und vor allem die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung wird in einem speziellen Tutorentraining, das Frau Sier und Frau Strobel an einem Vormittag in der Schule durchführen, geschult und trainiert. Bei bestandener Ausbildung wird den Schülern anschließend eine Ernennungsurkunde von Frau Meggl, unserer Schulleiterin, überreicht.

Aber was sind nun die Aufgaben eines Tutors?

Ein Tutor möchte den Neuankömmlingen einen schönen Schulstart bereiten und will ein zuverlässlicher Begleiter für das erste Jahr an der neuen Schule sein. Für die Fünftklässler ist es wichtig, dass sie in einem Tutor einen Ansprechpartner für Fragen und kleinere Probleme finden. Zu diesem Zweck besuchen die Tutoren ihre Klasse regelmäßig nach einem vereinbarten Plan in der großen Pause in ihren Klassenzimmern. Dort werden auch die Aktionen und Projekte besprochen, die die Tutoren mit ihren Schützlingen während des Schuljahres durchführen werden.

An Ideenreichtum mangelt es den Neuntklässlern dafür beileibe nicht. Während des gesamten Schuljahres planen sie viele abwechslungsreiche und schöne Aktivitäten, die sie mit den Kleinsten unserer Schüler souverän und mit viel Geduld durchführen.

Bereits am ersten Schultag stellen sich die Tutoren den Newcomern vor, bringen ihre selbsterstellten Poster mit Fotos und Informationen über sich selbst in den Klassenzimmern an und verwöhnen die Kleinen mit selbstbeschrifteten Glücksbleistiften. Zum Neustart erhält jede 5. Klasse von ihren Tutoren auch ein Klassenmaskotchen. Anschließend wird mit dem Klassenlehrer vereinbart, wann die Tutoren zu Besuch kommen dürfen, um mit der Klasse Kennenlernspiele durchzuführen. Am Ende des ersten Schultages begleiten die Tutoren ihre Schützlinge zum Busbahnhof oder zum Zug.

In den ersten Wochen findet in jeder Klasse auch ein Spielenachmittag statt, der dem Zweck dient, die Klassengemeinschaft zu stärken und das gegenseitige Kennenlernen der Schüler zu beschleunigen.

Am Wandertag schließen sich die Tutoren „ihrer“ jeweiligen Klasse an und tragen dazu bei, dass sich die Kleinen wohl umsorgt fühlen und mehrere Ansprechpartner für ihre Fragen und eventuellen Probleme haben.

Selbstverständlich werden die Eltern der Fünftklässler anhand von Elternbriefen von den Tutoren frühzeitig über anstehende Ausflüge oder schulinterne Aktionen am Nachmittag informiert und um ihre Einwilligung gebeten. Die Tutoren planen im Durchschnitt vier Aktionen, die sie mit den Kleinen im ersten Halbjahr durchführen und mindestens zwei gemeinschaftliche Aktionen im zweiten Halbjahr. Anhand regelmäßiger Treffen mit den Betreuerinnen können die Tutoren ihre bisherigen Aktivitäten und Erfahrungen reflektieren und sich untereinander austauschen. Auch von den Fünftklässlern werden im Laufe des Schuljahres immer wieder Feedbacks eingeholt.

Es zeigt sich Jahr für Jahr, dass sowohl die Tutoren als auch ihre Schützlinge von dem Tutorensystem profitieren. Die freiwilligen Mentoren freuen sich darüber, ihren Schützlingen so große Freude bereitet zu haben und natürlich ist es auch eine wichtige Erfahrung für die Neuntklässler, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Repertoire an Organisationstalent, Teamfähigkeit, Geduld und Flexibilität erweitern zu können.

Uns Betreuerinnen, Frau Sier und Frau Strobel, erfüllt es ebenfalls mit Stolz und Freude zu erleben, wie begeistert und liebevoll sich unsere Tutoren ihren Aufgaben widmen. Natürlich werden wir im nächsten Schuljahr wieder unsere neu ausgebildeten Tutoren losschicken, um den zukünftigen Fünftklässlern das Eingewöhnen in ihrer neuen Schule zu erleichtern. Im Namen der gesamten Schulgemeinschaft möchten wir uns herzlichst bei unseren Freizeittutoren für ihre sehr erfolgreiche Arbeit, ihr Engagement und die sehr gute Zusammenarbeit mit uns bedanken.

Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Kern, die die Vertretung während meiner Elternzeit übernommen hat und die meine Arbeit mit viel Engagement und Einsatz weitergeführt hat.

Sabine Sier

Staatliche Realschule Parsberg

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